3. Mechanische Umbau und Einbau
Beschäftigen wir uns nun mit dem eigentlichen Einbau in den SM: Wie natürlich alle Spezialisten wissen, zeichnet die originale Lichtmaschine ein umgedrehtes Lüfterrad sowie eine besonders schmale Riemenscheibe aus. Beides verwenden wir wieder, so dass es zunächst gilt, die originale Lichtmaschine auszubauen und die gewünschten Teile zu demontieren. Danach wenden wir uns der neuen Lichtmaschine zu:
Mit einem Inbusschlüssel fixieren wir die Achse und mit einem Schraubenschlüssel lösen wir die Halteschraube der Riemenscheibe. Dies ist eine wirklich lästige Arbeit, die man alleine kaum bewältigt bekommt, aber irgendwie geht es dann doch (Gruß und Danke an Marcus!). Danach schraubt man einfach das originale Lüfterrad und die Riemenscheibe an und schon ist die Lichtmaschine für den Einbau fertig:
Jetzt muss man die Lichtmaschine nur noch wie gewohnt einbauen. Da sie ein gutes Stück größer ist als die originale, muss man dabei schon ein wenig „puzzlen“, bis sie endlich richtig sitzt. Die größten Bedenken vorher waren, ob die Lichtmaschine nicht zu groß für den Platz sein könnte, doch es kann Entwarnung geben:
Sowohl zur Federkugel als auch zur Entlüftungsschraube des Hauptdruckreglers verbleiben gute eine Daumenbreite Platz.
Ein Nachspannen des Keilriemens ist kein Problem, da sich der Abstand durch die runde Form der Lichtmaschine nicht signifikant ändert, alles im grünen Bereich.
Wir richten die Lichtmaschine mit dem speziellen Keilriemenausrichtwerkzeug oder sonstigen Hilfsmitteln gerade zur Riemenscheibe der Zwischenwelle aus und spannen alles mit dem originalen Spannbügel, der ohne jegliche Veränderung wieder verwendet werden kann.
4. Elektrik
Der mechanische Einbau ist nun abgeschlossen, es verbleibt die Anpassung der Elektrik, weil diese moderne Lichtmaschine ja den externen Regler nicht mehr benötigt. Schauen wir uns dazu erstmal den originalen Regelkreislauf an:
Die originale Lichtmaschine besitzt vier Anschlüsse: Über „+“ und „M“ ist sie ziemlich selbsterklärend mit dem Pluspol der Batterie und der Masse der Kühlerventilatoren und des Thermoschalters fürs Kühlwasser verbunden.
Der Erregerstrom wird über „EXC“ abgegriffen durch ein (original gelbes) Verbindungskabel mit dem alten Regler. Auch das Kabel des Anschlusses „R“ führt direkt zum Regler, der wiederum Ausgänge zu der Ladekontrolllampe in den Armaturen und den Zündspulen besitzt.
Den Regler werfen wir nun komplett raus, oder lassen ihn wegen der Optik drin, schließen aber alles ab. Die neue Lichtmaschine besitzt vier Anschlüsse „+“, „B+“, „M“ und „L“, die wir wie folgt anschließen:
Einfach sind die Pole „+“ und „M“, die analog zur alten Lichtmaschine verkabelt werden, keine Modifikation ist hier notwendig. Der Anschluss „L“ muss direkt mit der Warnlampe verbunden werden, über „B+“ bezieht die Lichtmaschine ihren Erregerstrom.
In der Praxis ist die Modifikation ganz einfach: Am Ende des ehemaligen externen Reglers verbinden wir einfach das „R“-Kabel mit dem „L“-Kabel und das „EXC“-Kabel mit dem „BOB“-Kabel, analog zur Schaltskizze oben, am besten mit hochwertigen Kupplungen. Eine weitere Veränderung des Kabelbaumes ist an dieser Stelle gar nicht notwendig! Nun schließen wir das originale „EXC“-Kabel auf der Lichtmaschinenseite an den „B+“ Anschluss und das originale „R“-Kabel an den „L“-Anschluss.
Doch damit sind wir noch nicht ganz fertig, zumindest nicht, wenn man auf Nummer sicher gehen will: In der originalen Konfiguration ist die Masse der Lichtmaschine nur über ein dünnes Kabel mit den Lüfterventilatoren und dem Thermoschalter verbunden, eigentlich läuft die „echte“ Masseleitung daher über die Haupthydraulikleitung. Doch da so ein dünnes Ölröhrchen nicht wirklich optimal für gegebenenfalls hohe Stromstärken ist, sollte man parallel ein echtes Massekabel von dem Batterieträger zum Rahmen ziehen.
Citroen hatte anscheinend die gleiche Erkenntnis, denn in der technischen Mittelung TR1269 vom 19. Dezember 1973 empfiehlt man das Nachrüsten eines Massekabels:
Hat man dies auch noch erledigt, ist der Einbau fertig!!!
5. Fazit
Die Optik der Valeo Lichtmaschine ist kein Stilbruch, sondern kommt der originalen angemessen nahe und ist sehr ansprechend. Die moderne Technik mit hoher Leistung und entsprechend solide dimensionierter Elektrik inkl. Regler spricht für sich.
Hier sieht man die Version mit dem Spezialdeckel von der Espace Lima. Der Keilriemen ist neuwertig und wie man sieht befindet sich der Einstellbügel folgerichtig auch ganz am Anfang des Langloches mit genügend Spielraum zum Nachspannen.
Tauscht man den Deckel der Alpine-Lichtmaschine nicht gegen den des Espace, zeigt der Abluftkanal nach rechts bzw. rechts unten, je nach Keilriemenspannung, wie man in den nächsten zwei Bildern sehen kann...
Im folgenden Bild sehen wir die Spannung bei bereits sehr geweitetem Keilriemen, es ist immer noch genügend Platz. Diese Konstellation hat Marcus (mcglogg) bereits in einer 3000km Urlaubsfahrt in seinem SM nach Südfrankreich einem Intensivtest unterzogen und es gab keinerlei Probleme!
Nach dem Einbau bleibt der spannende Moment: Wir drehen den Zündschlüssel auf die erste Position und die Ladewarnlampe sollte nun leuchten. Nach dem Anlassen hat die Lampe sofort zu erlischen, ansonsten ist die Verkabelung zu überprüfen.
Der Keilriemen selbst sollte ohne störende Geräusche laufen und die Lichtmaschine gleichmäßig und ohne Eiern antreiben. Sind all diese Kriterien erfüllt, ist das Projekt „Kraftwerk“ erfolgreich abgeschlossen.
Optische Edelvariante mit Alpine Lichtmaschine + Espace Elektronikdeckel in Hochglanz
Auch ich habe die Lösung schon über 500km getestet und sie funktioniert perfekt: Keine nervenden Schwankungen mehr in der Bordspannung, eine extrem gute Anlassersteuerung dank starker Batterie (auch beim Warmstart), keine Probleme im Stau, etc.. Man hat einfach nicht mehr den Eindruck, mit den Verbrauchern haushalten zu müssen, ganz ohne Bauchschmerzen kann man das Radio aufdrehen, Handy laden, die Scheibenwischer anmachen, die Bremse treten, das Fernlicht aktivieren, die Lüftung hochdrehen und beide Fensterheber gleichzeitig bedienen, auch im Stand, ohne dass die Reserven erschöpfen…
Ich hoffe, die Lösung ist in Eurem Interesse und wünsche viel Spaß beim eventuellen Nachbauen.
Längere Laufzeit, ganz ohne Atomstrom!
Gruß,
Ekki